Erneut wurde im Gemeinderat über die Finanzierung der Kirchenfabriken und den Erhalt der vielen Kirchengebäude in der Region Burg-Reuland beraten. 
Auslöser war ein Antrag der Kirchenfabrik Thommen, die für die Kirchen in Thommen und Grüfflingen zuständig ist. In der Kirche von Grüfflingen müssen die Glockenantriebe und die veraltete Elektroinstallation erneuert werden. Die Kosten belaufen sich auf rund 23.000 Euro.
Für eine Förderung durch die Deutschsprachige Gemeinschaft muss die Gemeinde die verbleibenden 40 Prozent, etwa 9.000 Euro, grundsätzlich zusagen. Da die Kirchenfabrik keine eigenen Rücklagen mehr hat, wurden alternative Finanzierungsquellen diskutiert. Eine Beteiligung des Bistums Lüttich oder eine Sonderkollekte wurden jedoch als wenig erfolgversprechend eingeschätzt.
Die Debatte führte zu einer grundsätzlichen Frage: Wie soll langfristig mit den 20 Kirchengebäuden in der Gemeinde Burg-Reuland umgegangen werden?
Zwar sind Gemeinden gesetzlich verpflichtet, die Defizite der Kirchenfabriken zu decken, doch größere Investitionen stellen eine zusätzliche Herausforderung dar. 
Eine Umnutzung der Kirchen, wie sie andernorts etwa zu Bibliotheken oder Veranstaltungsräumen erfolgt, erscheint in der ländlichen Gemeinde schwierig und würde das Unterhaltsproblem nicht automatisch lösen.
Bürgermeister Alain Stellmann sieht die Diskussion als Zeichen, dass sich etwas ändern müsse, und fordert auch vom Bistum ein Umdenken. Gleichzeitig verwies er auf den Widerspruch, dass viele Menschen zwar eine geringere öffentliche Finanzierung der Kirchen wünschen, aber weiterhin kirchliche Feiern und Feiertage schätzen.
Am Ende betonten mehrere Ratsmitglieder, dass Kirchen Teil der regionalen Kultur seien und dass das ehrenamtliche Engagement in den Kirchenfabriken eine wichtige Rolle spiele. Ohne dieses Engagement wäre die Situation vermutlich noch schwieriger.
Eine Erinnerung an die Ereignisse im Zweiten Weltkrieg, als die deutschen Truppen im Dezember 1944 im östlichen Belgien einen letzten Vorstoß wagten. Mit amerikanische Gegenangriffen wurde die Stadt St. Vith an den Weihnachtsfeiertagen bombardiert. Neunzig Prozent der Gebäude wurden zerstört. Tausend Soldaten und über 100 Zivilisten wurden Opfer. Bis Ende Januar forderte die Ardennen-Offensive geschätzte 3000 zivile Opfer, sowie mehrere Zehntausend gefallene Soldaten aller beteiligter Seiten.